Alles Einstellungssache

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Du musst nur positiv eingestellt sein und dann läuft’s. Läuft’s nicht, musst du halt deine Einstellung ändern. An dir arbeiten, diszipliniert sein, Ziele setzen, fokussieren und auf gehts.

Schon einmal gehört?

Keine Angst, ich komm jetzt nicht mit einem Drei-, Fünf- oder Zehn-Schritte-Mega-Geheimtool. das dich auf Wolke Sieben hebt und dich so einstellt, dass dir gebratene Tauben in den Mund fliegen.

Ja, finde ich auch schade. Nur leider gibt es so etwas nicht.

Ich frage mich, was hinter dieser Einstellung steckt. Ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass die Leute, die dir erzählen, du solltest deine Einstellung ändern die gleichen sind, wie die, die dir sagen, dass du so sein sollst wie du bist und dir nichts erzählen lassen sollst?

Das steht für mich zueinander im Konflikt oder nehme ich es da zu genau?

Vielleicht! Mancher würde es als Erbsenzählerei abtun und irgendwie erzählt das ja eh „jeder“. Dann muss es wohl so sein.

Doch das hat Konsequenzen. Die größte ist, dass es die absolute Garantie ist, dich unglücklich zu fühlen, Sklave deines eigenen Hamsterrades zu werden und nie anzukommen.

Warum? Zeige ich dir…

Wie eine positive Einstellung ins Negative umschlägt.

Stell dir ein Radio vor. Nein, nicht so ein modernes Ding. Ein richtiges. 😉 Eins so wie früher. Eins was so richtig schick aussieht. Die Lautsprecher mit aufwendig verziertem Stoff bezogen, Holzgehäuse und mega-schwer. Ich habe als Kind das Senderwahlrad geliebt. Es drehte sich so sanft und geschmeidig als wäre es irgendwie besonders gelagert. Wenn man es schneller gedreht hat, dann hatte es durch seinen eigenen Schwung immer einen für mich so faszinierend gleitenden Nachlauf. Super-schick. Ok gut, bevor ich jetzt weiter meine Einstellung zu echten Radios Preis gebe, weiter im Thema.

Wenn ein Sender eingestellt ist, natürlich gern dein Lieblingssender, dann steht die Anzeige auf einer genauen Frequenz. Alle anderen Sender, ob Sie dir gefallen oder nicht senden auf einer anderen.

Es besteht also eine Bedingung. Nämlich die, immer in einer entsprechenden Frequenz eingestellt zu sein, um einen bestimmten Sender hören zu können. Alle anderen Sender haben praktisch Funkstille.

Stell dir vor, wie viele Sender das sind? Wohl mehrere Tausende. Auf das Leben übertragen sind es all diese Bereiche die in den Schatten gedrängt werden. Nicht gehört werden wollen. Lange genug verdrängt, nicht gehört, besteht ein Große Chance, dass Sie sich Raum verschaffen. Platz machen. Durchbrechen.

Wieso?

Weil das positiv eingestellt sein wollen, auf einer „tieferen“ Eben etwas Entscheidendes über dich sagt. Nämlich, dass alles andere nicht sein darf. Das heißt, um es in dem Vergleich des Radios zu betrachten, alle anderen Sender sind schlecht. So entsteht ein Kampf gegen alles und jeden was nicht zu der entsprechend positiven Einstellung passt. Alles für das Gute.

Das ist wie mit Waffen und schwerem Gerät in den Krieg zu ziehen und Frieden bringen zu wollen. Das probiert die Menschheit auch schon ewig, ohne zu sehen dass es nicht funktioniert. Oder es wird gesehen und trotzdem weiter gemacht. Wahrscheinlich, weil man positiv dazu eingestellt ist.

Das Gute ist, irgendwann fliegt das Konstrukt immer auf oder uns um die Ohren. Denn erstens ist es unglaublich anstrengend. Zweitens staut sich alles andere, das nicht sein darf an und darf nicht raus. Um den Deckel weiter drauf zu halten, macht sich Verzweiflung breit. Entweder geht es nun weiter in Richtung Depression. Der Druck wird so groß, dass er gegen sich selbst gerichtet wird und man verliert sich im Tal der Tränen. Oder die Bombe platzt und die Heide wackelt.

Die Wirkung der Polarität. Nichts geht ohne das andere. Und nur alles zusammen macht es vollständig. Von daher wäre meine Empfehlung, nicht den Versuch zu unternehmen sich besser einzustellen und so an sich zu arbeiten, dass man irgendwann auf dem einen und richtigen Kanal eingestellt ist. Es wäre absolut eintönig und würde außerdem bedeuten, dass du in der Tiefe doch irgendwie falsch sein könntest.

Auf den Punkt gebracht sagt du über dich, du bist schlecht. Zumindest immer dann, wenn du dich als nicht richtig eingestellt erfährst. Natürlich gibt es auch Schlaue. Du erkennst sie daran, dass sie so positiv eingestellt sind, dass sie anderen permanent den Spiegel vorhalten. Völlig überzeugt von sich ganz nach dem Motto: „Guck wie positiv ich drauf bin. Deshalb nehme ich mir raus, dich auf deine Mängel hinzuweisen.“ Aber so bekommen sie es nur hin, ihre eigene „Mangel-Sicht“ zu verbergen. Tja, offensichtlich klappt das nicht. Nebenbei ist ein solches Verhalten auch anstrengend. Also für beide Seiten.

Vielmehr würde ich es für hilfreich erachten, sich von allen Einstellungen zu lösen. Sich in Einklang zu bringen. Also in einer guten Kommunikation mit allem zu sein und somit auch auf alles eingestellt zu sein.

Das bedeutet nicht, alles gut finden zu müssen. Doch man kann aus einer vollständigen Haltung heraus wirken, um die Dinge gut werden zu lassen. Das wäre für mich in allen Bereichen rund.

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