In vielen Beziehungen wird Sexualität rein technisch betrachtet.
Was gefällt dir?
Was gefällt mir?
Wie oft?
Welche Praktik?
Welche Fantasie?
Welche Stellung?
Welche Frequenz?
Natürlich können diese Fragen wichtig sein. Aber sie greifen zu kurz, wenn die Haltung nicht stimmt.
Denn sexuelle Anziehung entsteht nicht nur durch Technik. Sie entsteht durch Polarität.
Aus weiblicher Perspektive braucht es häufig das Gefühl:
Da ist ein Mann, der emotional stabil genug ist, meine Offenheit nicht zu brauchen, aber sie kraftvoll einladen kann.
Das ist ein großer Unterschied.
Ein Mann, der Offenheit braucht, wirkt bedürftig.
Ein Mann, der Offenheit einlädt, wirkt präsent.
Ein Mann, der Bestätigung braucht, erzeugt Druck.
Ein Mann, der Resonanz initiiert, erzeugt Spannung.
Ein Mann, der gefallen will, verliert oft seine Kraft.
Ein Mann, der sich selbst führt, wird spürbar.
Genau hier liegt häufig der eigentliche Wendepunkt.
Der Mann darf lernen, nicht mehr aus der Haltung zu handeln:
„Ich muss ihr gerecht werden, damit sie mich nicht ablehnt.“
Sondern aus der Haltung:
„Ich bin mit mir verbunden. Ich stehe zu meinem Bedürfnis. Ich lade sie ein. Und ich kann ihre Antwort halten.“
Das bedeutet nicht, dass er ihre Grenzen übergeht. Im Gegenteil.
Echte Selbstführung ist niemals Übergriff.
Sie ist die Fähigkeit, das eigene Bedürfnis klar ins Feld zu bringen, ohne die Partnerin verantwortlich zu machen, es erfüllen zu müssen.
Das ist für viele Frauen ein vollkommen anderes Erleben.
Denn dann muss sie ihn nicht mehr stabilisieren.
Sie muss ihn nicht mehr führen.
Sie muss ihn nicht mehr schützen.
Sie muss ihn nicht mehr bewerten.
Sie darf sich selbst spüren.
Und erst dann kann Lust wieder entstehen.