Die Gefühle der
Männer in der
Midlife Crisis

Ein Buch mit 7 Siegeln

Inhaltsverzeichnis

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Was wollen die Gefühle der Männer in der Midlife Crisis mitteilen?

Männer und Gefühle, das ist so eine Sache. Eben oft ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht nur in Verbindung mit einer Midlife Crisis sondern generell sind Gefühle für Männer oft ein sehr sensibles Thema und genauso fein und sanft anzugehen, wie so manches Gefühl eben nur sanft und fein wahrnehmbar ist.

In der Symbolik wird vielleicht deutlich, dass die Gefühlswelt der meisten Männer wahrscheinlich wohl sogar ein recht dickes Buch mit sieben Siegeln ist.

Das heißt nicht, dass der Inhalt zu komplex oder zu schwer verständlich ist, um es wirklich zu begreifen, noch dass die Botschaft nur verstanden wird, wenn man alles bis ins kleinste Detail betrachtet und verinnerlicht, noch dass es dazu eine bestimmte Vorraussetzung bräuchte.

Ja, es bräuchte eine Bereitwilligkeit, sich seiner Gefühlswelt zu widmen und wirklich entdecken zu wollen, was im eigenen Inneren abgeht. Gerade in der Midlife Crisis, in der die Gefühle der Männer heraus- oder gar überfordernd sein können, scheint die Einladung dazu mehr als deutlich ausgesprochen zu werden.

Nehmen wir an, es gäbe dieses Buch der Gefühle, verschlossen hinter sieben Siegeln wirklich, was würde es wohl für eine Botschaft in sich tragen?

Zunächst würde ich annehmen, es beschreibt die Vielfältigkeit, mit der Gefühle zum Ausdruck kommen können und wodurch. Das heißt, Gefühle tragen eine Botschaft in sich, die dir etwas über dich sagen und zeigen können bzw. wollen.

Gefühle sind Ausdruck dessen, wie es dir geht,

was du über dich, die Welt, dein Leben, die Beziehung zu deinem Partner oder deiner Partnerin denkst und wie es dir damit geht.

Weiterhin nehme ich an, dieses Buch der Gefühle mit den sieben Siegeln enthält Beschreibungen jeder einzelnen Erfahrungsebene, um dich in die Lage versetzen zu können, die Botschaft, die Gefühle in sich tragen, zu verstehen.

Wenn dem so ist, dann wäre es doch klug, genauer hinzuschauen, wenn sich eine Midlife Crisis zeigt und mit ihr eine Gefühlswelt, die meist von Unzufriedenheit und weiteren als unangenehm empfundenen Gefühlen begleitet ist, oder?

Offensichtlich wird das dann, wenn aus dem Gefühlschaos in Verbindung mit einer Midlife Crisis Konflikte, Verletzungen, Anschuldigungen, Angriffe oder Enttäuschungen an der Tagesordnung stehen oder gar Trennungen die Folge sind. Spätestens dann ist der Ruf mehr als deutlich, sich diesem Buch der Gefühle mit den sieben Siegeln zu widmen und sich somit mit der eigenen Gefühlswelt vertraut zu machen, oder?

Als freie Wesen sind wir auch frei darin, zu entscheiden ob wir unsere Gefühle gefangen halten wollen oder frei sein lassen.

Also natürlich ist das kein Muss, nur, in selbiger Art und Weise weiterzumachen in der Hoffnung, es käme etwas anderes dabei heraus?

Wann sonst wäre es an der Zeit, sich ernsthaft mit sich selbst zu beschäftigen, wenn nicht in einer Krise, wo offensichtlich wird, dass etwas nicht stimmt? Gerade die Midlife Crisis und die mit ihr verbundenen Gefühle sind aus meiner Sicht eine deutliche Einladung dafür, nicht nur für Männer, sondern eben auch für Frauen, die als Partnerin mit dem Prozess einer Midlife Crisis des Mannes konfrontiert sind.

Manche Frauen können auch selbst in eine vergleichbare Art der Krise geraten wie Männer, wobei diese meist anders verläuft. Doch auch da ist es aus meiner Sicht unbedingt angezeigt, sich selbst und die eigene Gefühlswelt näher zu beleuchten, neu zu entdecken und auf dieser Ebene bewusst Lösungen einzuleiten.

Nicht nur deshalb, weil die Midlife Crisis in der Regel, egal von wem die Krise ausgeht, keinen von beiden unberührt lässt, sondern eben auch, weil eine Midlife Crisis unkonstruktive Dynamiken aufzeigt, die gelöst werden wollen.

Weiterhin zeigt eine Midlife Crisis Konflikte und vieles mehr auf, deren Ursachen jedoch oft auf der emotionalen Ebene liegen und beidseitig in Resonanz wirken. Wird die Dynamik nicht durchschaut, endet das Ganze oft in einem unkonstruktiven Gefühlschaos für beide.

Aus meiner Erfahrung haben die Gefühle in einer Midlife Crisis, ob bei einer Frau oder einem Mann, am Ende eine einzige und einfache Botschaft. Nämlich: „Stopp, schau genauer hin, denn offensichtlich stimmt etwas nicht!“

Die Lösung ist nur eben nicht in der Außenwelt zu suchen, sondern in der eigenen Innenwelt, auf emotionaler Ebene, innerhalb der Gefühlswelt.

Wie außen, so innen

Will sich nicht jeder da draußen vollständig erfüllt fühlen? Möchte nicht jeder das Gefühl haben, angekommen zu sein? Die Gewissheit, dass es an nichts fehlt haben? Jeder möchte doch hier und jetzt glücklich sein, so wie man ist und mit allem was ist. Eine erfüllte liebevolle Beziehung leben und rundum zufrieden sein.

Ist gefühlt das Gegenteil der Fall? Dann muss man wohl irgendwo falsch abgebogen sein. Die Midlife Crisis kann als deutliches Signal betrachtet werden, dass jetzt ein Chance besteht, diesem Ziel wie oben beschrieben (wieder) näherzukommen.

Zumindest, wenn man es so sehen will.

Zusammengefasst: Die Gefühle einer Midlife Crisis möchten darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Jedes Gefühl, auch wenn es zunächst negativ erscheint, ist richtungsweisend und trägt eine wertvolle Botschaft in sich.

Gefühle sind richtungsweisend

Sobald man sich unzufrieden oder unerfüllt fühlt, man glaubt, dass etwas fehlt, den Eindruck hat, dass es da noch mehr gibt… Dann stimmt der Eindruck. Die Frage ist nur, wie geht man mit dieser Botschaft um?

Richtig betrachtet und wahrgenommen tragen alle Gefühle, sobald sie in die richtige Bahn geführt und kanalisiert werden, auch die Lösung in sich, eine Midlife Crisis in wenigen Schritten zu lösen.

Gerade Männer dürften sich darauf einlassen, sich von den eigenen Gefühlen wieder auf Kurs führen zu lassen, um letztlich zu erfahren, wie es möglich ist, vollständige Erfüllung hier und jetzt zu erfahren und auch die Krise zu meistern.

Gefühle zeigen, ob man auf dem richtigen Weg ist.

In einem Satz, würde ich sagen, dass die Midlife Crisis und gerade die negativen Gefühle dafür sorgen möchten, dass man sich auf den Weg macht. Sie dienen als Motivatoren, damit du in Bewegung kommst und dir ermöglichst, dich als vollständig geliebt, erfüllt und glücklich zu erfahren.

Aber noch einmal, die Lösung liegt nicht irgendwo da draußen. Es geht nicht darum, die Außenwelt auf den Kopf zu stellen, sich zu trennen, sein Glück in einer neuen Partnerschaft zu finden. Es geht darum, die eigenen Gefühle auf die Füße zu stellen, wo sie hingehören.

Doch Gefühle sind für viele Männer eine ungreifbare Welt, eben doch ein Buch mit sieben Siegeln. Doch auch Frauen, die mit den Gefühlen bzw. den daraus folgenden Verhaltensweisen ihrer Männer konfrontiert werden, finden sich in eigenen Emotionen wieder, mit denen sie letztlich ebenfalls überfordert sind. Im Grunde ist die Midlife Crisis also für beide eine Einladung, sich auf den Weg zu machen.

Jetzt scheinen Gefühle etwas abstrakt oder ungreifbar. Für die einen ist die Gefühlswelt eine Welt, die kontrolliert gehört, für andere ist sie schlichtweg suspekt.

Suspekt, weil gerade die Gefühle, die in schwierigen Situationen oder in Lebenskrisen oder eben einer Midlife Crisis auftreten, eben nicht einfach so zu verschwinden scheinen.

Einige Gefühle will Mann oder auch Frau einfach gar nicht. Man will sie einfach nur loswerden. Einige scheinen hinderlich, vielleicht sogar schädlich, sind in manchen Kontexten unangebracht oder (gerade für Männer) eben einfach nicht „männlich“.

So verlassen (oder reduzieren) sich die meisten Männer früher oder später auf ihre Rationalität, also ihr analytisches oder strategisches Denken. Und das in dem Glauben, dass das auch gut oder gar besser ohne Gefühle ginge bzw. sei.

Hinzukommt, dass die meisten Männer im Laufe ihres Lebens oft den Kontakt zu ihren Gefühlen und oft auch zu ihrer eigenen inneren Wahrnehmung verloren haben. Da scheint ja auch nicht wirklich etwas zu sein, das ernsthafte Aufmerksamkeit verdient hätte.

Die Mildife Crisis zeigt jedoch früher oder später, dass der Plan nicht aufgeht

aufgeht bzw. entlässt einen Mann nicht einfach so, ohne sich selbst vollständig zu kennen, in die nächste Lebenshälfte.

Mancher Mann kann das einige Zeit verschieben bzw. auf später vertagen, jedoch fragt das Leben im Grunde immer deutlicher nach: „Bist du jetzt bereit?“ Zwischenzeitlich wächst im Inneren die „Dunkelheit“ von Tag zu Tag, der Schatten wird größer und beeinflusst mehr und mehr auch das Leben in der Außenwelt.

Was ist die Ursache für die entsprechenden negativen Gefühle der Männer in der Midlife Crisis?

Die meisten Männer haben dieses Buch irgendwann mit ihren eigenen Gefühlen darin gut verschlossen und in einer imaginären Bibliothek in ihrem Kopf in die hinterste Ecke verfrachtet. Vielleicht sogar versteckt, vor sich selbst, anderen und vor allem meist vor den Menschen, die einem am nächsten stehen.

Manche Männer haben zum Glück nicht das ganze Buch geschlossen

oder komplett irgendwo vergraben, sondern lediglich einige Kapitel darin zugeklebt oder versucht auszuradieren. Kapitel zum Beispiel, die die mit schmerzlichen Gefühlen verbundenen Erfahrungen, Verluste, Enttäuschungen oder Ängste enthalten.

Vielen Männern sagt man nach, dass sie weniger Gefühle haben,

manche bezeichnet man ganz und gar als gefühlskalt, einige scheinen ihre Gefühle nicht zeigen zu können oder hätten Angst davor.

Meine Erfahrung ist, dass Männer als fühlende Wesen auf die Welt kommen und somit ein genauso reiches Gefühlsleben haben wie Frauen. Gefühle machen jedoch in der Welt der Männer oft wenig Sinn, haben keinen Platz, sind falsch oder scheinen unangebracht zu sein, wenn ein Mann ein richtiger echter Mann sein will.

Hinzukommt, dass viele Männer (und übrigens auch Frauen) keine wirkliche emotionale Kompetenz entwickelt haben und vieles, was man als Gefühle bezeichnet, gar keine Gefühle sind, sondern fehlinterpretierte Wahrnehmungen, mit denen der Verstand uns einen Streich spielt. Dazu erkläre ich im letzten Abschnitt noch einiges.

Schauen wir uns zunächst die Gefühlswelt der Männer, unter anderem in der Midlife Crisis genauer an. Dann ist leicht zu erkennen, dass Männer im Besonderen jedoch auch Frauen im Laufe ihres Lebens bestimmte Gefühle aussortieren bzw. nicht haben wollen.

Das scheint zunächst zwar verständlich und logisch, ergibt sich jedoch aus der fehlinterpretierten Wahrnehmung von bestimmten Zuständen und Situationen und der Vorannahme, dass es gute und schlechte Gefühle gibt. Dass das ein Irrglaube ist, der sehr dramatische Folgen haben kann, wirst du wie gesagt spätestens im letzten Abschnitt erkennen.

Lass uns einen Schritt nach dem anderen vorgehen.

Welcher Mann kennt nicht den Spruch, ein Indianer kennt keinen Schmerz?

Natürlich will ein werdender Mann ein richtiger Mann sein, also ein Indianer, der mutig und stark ist, oder? Wenn aber nun ein Indianer keinen Schmerz kennt, jedes Kind (also auch jeder Mann) aber zwangsläufig im Laufe seiner Entwicklung Schmerz erfährt, was macht er nun damit, wenn er sich weiterhin an seinem Vorbild orientiert?

Was tun als Mann?

Seinen Schmerz zum Ausdruck bringen, also nicht kontrollieren, nicht verbergen nicht zurückhalten, nicht verdrängen? Und damit Gefahr laufen, kein richtiger Mann oder, um dem Bild treu zu bleiben kein richtiger Indianer zu sein? Vielleicht als Schwächling, Weichei oder Loser abgestempelt zu werden? Oder doch lieber der Held sein, den er irgendwann mal als Vorbild hatte, stark, mutig, furchtlos, so als kenne er keinen Schmerz?

Schon früh als Kind lernen Männer und auch Frauen (jedoch meist auf unterschiedliche Weise), dass Gefühlen gibt, die schlecht sind. Schmerz zum Beispiel darf nicht sein, wenn man ein richtiger Mann sein will.

Die einzige Chance, die nun ein werdender Mann hat, ist gute und schlechte Gefühle und den damit verbundenen Ausdruck innerlich irgendwie zu sortieren. Emotionen können jedoch nicht aussortiert werden, frei nach dem Motto: „Dieses Gefühl will ich nicht und jenes behalte ich.“

Emotionen, bzw. Gefühle können nicht in gut und schlecht eingeteilt und schon gar nicht aussortiert werden. Sie können blockiert werden – ein langfristig aber suboptimaler Kunstgriff. Gefühle, die z. B. als das zum Ausdruck kommen, was wir allgemein als Schmerz bezeichnen, werden blockiert. Der innere Strom der Emotionen wird unterbrochen.

Die Idee dahinter: Zeige ich keinen Schmerz, blockiere ich diesen in mir, beiße ich die Zähne zusammen, scheint dies ein Ausdruck von Stärke zu sein. Zeige ich keinen Schmerz, ist das der Beweis dafür, nicht verletzbar zu sein. Das Ziel scheint erreicht: Mann ist ein richtiger Indianer, folglich ein richtiger Mann geworden.

Ich möchte dir zwei Fragen stellen:

Wenn Wut eine Farbe hätte, was wäre ganz spontan deine erste Antwort?

Welche Farbe hätte Liebe, was wäre ganz spontan deine erste Antwort?

Sehr wahrscheinlich würdest du antworten, dass Wut wohl die Farbe Rot hat. Liebe aber sehr wahrscheinlich auch, oder?

Ich komm später noch einmal konkret darauf zurück, was dies bedeutet.

Grundsätzlich hat fast jeder Mensch irgendwann gelernt oder gesagt bekommen, und das meist schon in früher Kindheit, „Sei nicht so wütend“, „Reiß dich mal zusammen“, „Komm mal runter“, „Bleib mal sachlich“. Jetzt sprechen wir nicht mehr von Schmerz, der ist ja schon „weg“. Die Wut oder der Frust, der hier dahintersteckt, ist ebenfalls ein Gefühl, das kontrolliert gehört.

Im Grunde wird das gleiche versucht, was mit dem Schmerz erfolgt: Auftauchende Wut wird unterdrückt, verdrängt oder wie auch immer von der Wahrnehmung getrennt.

Meist ist dies jedoch tatsächlich eher bei Frauen zu beobachten. Sie sitzen auf einem Fass mit angestauten Emotionen und Gefühlen, die sich in Form von Wut, gerade im Alter mehr und mehr an die Oberfläche bringen wollen.

Gelingt es z. B. nicht, unterdrückte Wut früher oder später zu lösen,

ist oft zu beobachten, dass der Körper als Bühne herhalten muss. Das heißt, lang verdrängte Wut, Schuld, Groll und oder gar Hass kommen in Form von Krankheiten oder unangenehmen Beschwerden zum Ausdruck und versuchen so, Heilung zu finden.

Schauen wir uns jedoch an was Wut ist, dann ist dies kein Gefühl, sondern die Folge aus dem Versuch, den eigenen Gefühls- oder sagen wir Energiestrom, welcher in Form von Emotionen in unserem Körper fließt, zu verdrängen oder aber dass dieser durch verschiedenste Umstände eingeengt wird bzw. wurde.

Dies kann zum Beispiel dadurch passieren, dass wir in einer bestimmten Situation so in die Enge getrieben wurden, dass buchstäblich kein Raum mehr bestand, also wir uns in einem Zustand erfüllt mit Angst und Bedrohung gesehen haben.

Im Körper ist es quasi so eng geworden, dass sämtliche Energien erstarren. Du kennst vielleicht die Aussage: „Ich bin fast erstarrt vor Angst.“

Ein Wutausbruch ist somit ein Mittel, um sich aus dieser Enge zu befreien, also wieder Raum zu schaffen, damit die Emotionen wieder in Fluss kommen. Wut ist also im Grunde eher ein Ausdruck von dem dahinterliegenden Gefühl der Einengung. Das, was wir als Wut bezeichnen ist der Ausbruch, um wieder Raum zu schaffen.

Erlaubt man sich dies nicht, versagt sich als Kind oder Jugendlicher einen solchen Impuls

oder wird man für einen solchen Ausbruch abgeurteilt, muss eine andere Lösung her. Anstatt echte emotionale Kompetenz zu erlangen, also einen guten Umgang mit unseren Gefühlen zu lernen, werden die meisten in der Kindheit und Jugend mit ihren Emotionen und Gefühlen allein gelassen.

Das geschieht meist nicht mit böser Absicht, sondern vielmehr, weil unser Umfeld, wie Eltern und oder auch andere Bezugspersonen oft selbst keine echte emotionale Kompetenz entwickelt haben.

Eine Möglichkeit, die letztlich bleibt, um mit einer einengenden Situation umzugehen, ist in der Enge zu verharren in der Hoffnung es geht vorbei, nach dem Motto: „Augen zu und durch“. Das ist die häufig gewählte Strategie.

Eine andere Möglichkeit wäre zu versuchen, gegen diese Enge in sich selbst anzukämpfen, die Wut also nicht nach außen, sondern nach innen, also gegen sich selbst zu richten.

Die dritte Möglichkeit ist,

sich innerlich soweit zurückzuziehen bzw. eine Mauer zu errichten, dass von außen scheinbar nichts mehr an einen herankommen kann.

Ich hatte dich gefragt, welche Farbe Wut und welche Farbe Liebe hätte, wenn es eine gäbe und wahrscheinlich war dein erster Impuls „Rot“, richtig?

Jetzt kommt der alles entscheidende Knackpunkt: Wenn jetzt versucht wird, die Wut loszuwerden oder diese zurückzuhalten, also einen Ausbruch einer von Rot getragenen Energie in dir loszuwerden oder zurückzuhalten, dann geht das nur, wenn auch jegliches Gefühl von Liebe mit verschwindet, zurückgehalten oder verdrängt und losgeworden wird.

Warum?

Weil die Energie, die sich innerhalb eines Ausdruckes von Wut Bahn bricht, die gleiche Quelle hat, nämlich in letzter Konsequenz die Energie ist, die wir auch als Liebe erfahren.

Unser Unterbewusstsein weiß das, deshalb sagt es dir, dass Liebe die Farbe Rot trägt, jedoch Wut eben auch.

Das zu wissen, wäre aus meiner Sicht schon ein echter wertvoller Schritt in Richtung einer stabilen emotionalen Kompetenz. Nur sollten wir dies nicht erst mit 30,40 oder 50 in Verbindung mit einer Midlife Crisis lernen müssen, oder?

Die meisten von uns haben den Prozess leider bisher jedoch nicht durchschaut, noch gelernt. Man musste sich stattdessen aus dem Verstand heraus einige Krücken im Umgang mit Emotionen und Gefühlen bauen, die jedoch irgendwann zu Problemen führen müssen. Sie sind nun mal eben nur Krücken und letztlich nur ein Notbehelf.

Eine Krücke wäre zum Beispiel, sehr pauschal gesagt, das Thema Gefühle und Emotionen komplett auszusortieren bzw. zu verdrängen oder wie auch immer zu ignorieren. Gerade für Männer ist das ständige Entscheiden, wann ein Gefühl gut ist und wann nicht, wann was gezeigt werden darf und wann nicht, absolut unpraktisch für ihren „männlichen“ Geist.

Schätzt nicht jeder Mann Klarheit?

Weitestgehend werden so alle Gefühle in das Buch mit den sieben Siegeln gepackt und in der hintersten Ecke des eigenen Innenlebens verbarrikadiert.

Leider tun dies in unserer Zeit inzwischen auch viele Frauen, denn auch sie müssen bzw. wollen sich in einer Welt, die in der Vergangenheit meist von Männern geprägt war und oft noch ist, behaupten.

Wie oft hört man im Business, dass dort Gefühle, gerade ein Bauchgefühl oder eine Intuition in diesem Kontext keinen Platz haben, sondern nur Zahlen, Daten, Fakten zählen? Dabei hätten aus meiner Sicht gerade Frauen Qualitäten, die im Business in der heutigen Zeit echten Mehrwert hätten.

Viele Frauen gehen heute jedoch oft den Weg auf diese bzw. ähnliche Weise wie Männer und erleben oft früher oder später ähnliches wie Männer. Nämlich, dass das Buch irgendwann durch ein bestimmtes Ereignis aus dem Regal fällt, irgendwo aufklappt und sämtliche Gefühle, die mühsam in das Buch einsortiert wurden, hochkommen und dann innerlich das blanke Chaos herrscht.

Jeder Versuch, die Gefühle in den Griff zu bekommen oder unter Kontrolle zu halten, scheint zu scheitern.

Es ist, als könne das Buch nicht mehr geschlossen werden. Ständig scheint ein neues Kapitel aufgeschlagen zu werden und der nächste Schwall an Gefühlen zeigt sich, sodass oft völlige Überforderung die Folge ist.

Bei vielen Männern, die in eine Midlife Crisis geraten, passiert jedoch oft genau das Gegenteil. Man kann davon ausgehen, dass sie es geschafft haben, ihr gesamtes bisheriges Gefühlsleben in dieses Buch zu vergraben und nun gar nichts mehr fühlen, leer, taub sind. Das ist sicher etwas überzogen, jedoch ist deutlich zu merken, dass diese Männer emotional nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind.

So ist es kein Wunder, dass Mann sich fragt, ob es das schon alles gewesen sein soll, wenn man innerlich praktisch tot ist.

Ein bisschen melodramatisch, ich weiß. Vielen Männern geht es so, dass sie keine Ahnung haben, was passiert ist. Und nach 30, 40 oder auch 50 Jahren harten Trainings, alle Emotionen und Gefühle weitestgehend aus seinem Leben raus zu halten, haben sie den Eindruck, als wäre das völlig normal.

Fragt man sie, ob sie denn nicht merken würden, dass ihnen innerlich etwas fehlt, dann schauen einen fragende Augen an, als käme man vom Mars.

Sie wissen oder glauben im Grunde gar nicht, dass es ein solches Buch, in dem alles rund um Gefühle und Emotionen verborgen steht, überhaupt gibt, noch dass es irgendwo vergraben, versteckt oder wie auch immer in der eigenen unterbewussten Innenwelt existiert.

Die meisten fühlen sich leer, die Folge ist ein Gefühl von Mangel. Die Leere folgt natürlich aus dem Versuch, nichts mehr zu spüren. Das hätte also funktioniert. Nur wächst daraus jetzt die Überzeugung, begleitet von einer Stimme im Kopf, die immer lauter wird: He Junge, es fehlt etwas!

Da nun die meisten Männer und auch manche Frauen keine Ahnung haben, wo sie suchen sollen, stellt sich Unzufriedenheit ein. Manche beschreiben sich als taub, müde, kraftlos, unlebendig, unbeweglich, wie festgenagelt.

Die Ursache liegt klar auf der Hand: Wenn ich Gefühle, die mich ausmachen, vergrabe und das über Jahre hinweg, und auch, wenn es unbewusst geschieht – dann fehlt ganz klar früher oder später etwas.

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INHALTSÜBERSICHT

Die Gefühle der Männer in der Midlife Crisis und wie die meisten mit ihren Gefühlen umgehen

Wie Männer in der Midlife Crisis oder auch in eine persönliche Krise geraten und entsprechend mit ihren Gefühlen umgehen, hängt oft mit den Umständen ab. Typisch sind zwei Szenarien.

1. Midlife Crisis | Gefühlschaos ausgelöst durch ein externes Ereignis

Die meisten Männer glaubten bis zum jeweiligen Zeitpunkt eines bestimmten Ereignisses, dass ihre Welt in Ordnung ist, bis der Einschlag kommt. Ihre Partnerin offeriert z. B. dass sie in der Beziehung unzufrieden ist und sich eine Lösung oder neue Wege wünscht.

Vielleicht offeriert sie auch, dass sie eine Bekanntschaft gemacht hat und sich nun fragt, ob die Beziehung noch tragfähig ist.

Vielleicht ist auch ein Seitensprung offenbar geworden oder sie möchte sich ganz und gar ohne Vorankündigung trennen.

Um auf unser Buch der Gefühle mit sieben Siegeln zurückzukommen: jetzt fällt es plötzlich durch ein solches Ereignis aus dem Regal und das gesamte Potenzial entsprechender Gefühle die so gut verdrängt wurden, tauchen auf einmal auf.

Auf einmal wird sämtliche Verletzlichkeit offenbar, Angst oder in diesem Fall konkrete Verlustängste tauchen auf. Selbstzweifel, Unsicherheit, Ohnmacht – alles bekommt auf einmal Raum und entzieht dem Betroffenen buchstäblich den Boden unter den Füßen.

Was macht man jetzt typischerweise?

1. Schock

Der Boden unter den Füßen ist weg, Ohnmacht und Kontrollverlust stellt sich ein.

2. Angriff

Je nach Typ, wird nach dem ersten Schock oder direkt daraus zum Angriff geblasen und sämtliche Enttäuschung, Wut, Frust, Verletzung, Schuld wird auf die Partnerin übertragen, in der Hoffnung, so wieder Ordnung in das eigene System zu bekommen.

Leider nimmt der andere, also in dem Falle die Partnerin, dies meist persönlich, gerät selbst in Not und wird mit ihren eigenen Gefühlen konfrontiert, die im Bezug auf den Angriff in ihr zum Vorschein kommen. Sie gerät selbst in einen Verteidigungsmodus hinein und begegnet dem Angriff mit Abwehr.

Meist führt das dann auch zur Eskalation, wobei oft nicht gesehen wird, dass dies nicht ohne Grund passiert. Wenn der jeweilige Mann nicht vollständig präsent ist bzw. das, was ihn emotional bewegt, nicht verfügbar hat, weil er sämtliche Gefühle, die ihn einst ausgemacht haben, vergraben hat, dann kommt das früher oder später auch innerhalb der Beziehung zum Ausdruck.

Wahrscheinlich hat die Partnerin schon mehrfach Signale gesendet, doch wenn man auf dem emotionalen Ohr taub ist, weil man eben viele der eigenen Gefühle in sich selbst vergraben hält, dann kann man nicht hören, was die Partnerin bewegt.

Die Situation verhärtet sich meist und mündet in einen Rosenkrieg, in dem man das Potenzial für Kämpfe auf jedem Spielfeld finden kann. Männer, die so in ihrem Ego verletzt sind, sorgen oft auch regelrecht dafür, dass Kämpfe und Konflikte entstehen, um wenigstens in letzter Instanz nicht ganz als Verlierer vom Platz zu gehen. Traurig eigentlich.

Wenn du mich fragst, ist das oft ein sehr bescheidenes Egospiel ohne Einsicht, Vernunft und Offenheit für Klärung Es ist kein konstruktiver Weg. Aus der Sicht, wie Männer gelernt haben, mit Emotionen und Gefühlen umzugehen, ist dies jedoch oft der einzige Weg, um die eigene Rolle irgendwie aufrecht zu erhalten. Auch wenn das im schlimmsten Fall bedeutet, einen völligen Scherbenhaufen zu hinterlassen.

Dieser Weg erscheint für viele Männer immer noch der bessere zu sein, denn Hilfe in Anspruch zu nehmen kommt gerade für Männer nur selten infrage, erscheint also als der schlechtere Weg. Für einige Männer wäre das quasi der Offenbarungseid und käme einem völligen Gescheitert sein gleich. So lange sich das vermeiden lässt, wird es vermieden.

Erst hinter verschlossener Tür, ganz allein, kommt für den einen oder anderen die Einsicht, bzw. fällt die Fassade gefolgt von Wut, Trauer usw. Oft bleibt das unbemerkt, da nach außen hin eine Maske von Stärke aufgesetzt wird, um wenigstens nach außen hin darzustellen, dass alles in Butter ist, im Grunde der coole Typ markiert wird.

Manche Männer mit einer solchen Persönlichkeitsstruktur können gefährdet sein, zu Alkohol oder anderen Mitteln zu greifen, wenn die Versuche sich abzulenken nicht ausreichen und der Schmerz, die Einsamkeit und alle feststeckenden Emotionen, mit denen sie konfrontiert sind auf diesem Wege „betäubt“ werden müssen.

3. Flucht

Je nach Typ gibt es Männer, die in ein tiefes Loch fallen und bildlich gesprochen in ihrem eigenen emotionalen Sumpf versinken.

Die meisten lassen das jedoch nicht zu und flüchten sich in alles, was ihnen als Ablenkung hilfreich erscheint. Das innere unbewusste Mantra ist: „Bloß nicht irgendetwas fühlen, was sich auch nur annähernd schmerzhaft oder ähnlich negativ anfühlt“.

Sie glauben, dem muss unbedingt aus dem Weg gegangen werden, denn dies zuzulassen erscheint zu bedrohlich. Im schlimmsten Fall droht der totale Kontrollverlust über sich selbst, die eigene Stabilität, ja gar die eigene Identität.

Der Vorteil ist, mit diesen Männern kann man zumindest reden, wobei man je nach Typ oft das Gefühl haben wird, man spricht in einer leere Halle und das Echo verhallt.

Manche Männer richten sich auch in der Opferrolle ein, ziehen sich soweit zurück, dass man sie kaum erreicht. Damit wird versucht, ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit zu erlangen und irgendwie in der Opferrolle vom anderen gesehen zu werden. Meist passiert jedoch genau das Gegenteil: der oder in dem Falle die Partnerin zieht sich ebenfalls noch weiter zurück. Hier kann durchaus die Gefahr bestehen, daraus eine Depression zu produzieren.

4. Totstellen

Einige stellen sich nach einem solchen Ereignis auch wie tot. Sie bewegen sich keinen Millimeter und tun so, als wäre alles beim Alten. Die unbewusste Hoffnung ist, wenn ich es ignoriere, ist das Problem nicht da bzw. das Ereignis nicht passiert.

Die Idee ist, wenn ich es nicht für wahr nehme, dann spielt es keine Rolle. Es kratz mich nicht, ich lass es weitestgehend nicht an mich heran. So macht es scheinbar nichts mit mir und ich kann zumindest erst einmal eine Weile so versuchen durchzukommen, ohne mich mit den Emotionen und den Gefühlen, die dahinter verdrängt sind, konfrontieren zu müssen.

Letztlich wird man jedoch feststellen, dass das einzige, womit man konfrontiert werden würde ist, dass man auf rationaler Ebene gerade das, was man als negative Gefühle bezeichnet oftmals falsch interpretiert hat.

Die Gefühle, die wir als negativ bewertet oder als gefährlich betrachtet haben, stellen sich als Wegbegleiter heraus, die, kompetent gelöst, sogar genau dorthin führen, wo man eigentlich hin will und letztlich immer wollte. Nämlich zu Zufriedenheit, Freude und Erfüllung. Man hat sich am Ende die ganze Zeit selbst verwehrt, was man eigentlich wollte.

Genaueres dazu, wie schon anfänglich angekündigt, erkläre ich dir jetzt im folgenden Abschnitt.

2. Midlife Crisis | Gefühlschaos ohne offensichtliches externes Ereignis

Stell dir vor du hättest versucht, einen Teil von dir über Jahre hinweg loszuwerden. Zum Beispiel hättest du versucht, Schmerz aus deinem Leben zu verbannen. Du hättest versucht bzw. dir irgendwie beigebracht, wie es dir möglich wird, deine Emotionen zurückzuhalten. Selbst in Situationen, in denen du dich so in die Enge getrieben gesehen hast, dass du eigentlich vor Wut hättest platzen wollen, hättest du dich kontrolliert. Du hättest es geschafft, dass alles an dir abprallt oder dich kalt lässt.

Des Weiteren hättest du versucht Ängste zu verdrängen, Verluste und Trauer zu übergehen, Gefühle von Verletzt sein relativiert und Enttäuschungen schöngeredet und stattdessen so getan, als wäre alles cool.

Nehmen wir an, das Ganze hätte auch funktioniert und du hättest all diese Gefühle in einem Buch mit sieben Siegeln verstaut, jedes einzelne damit verbundene Kapitel geschlossen, abgehakt, sieben Siegel draufgepackt und es weit weg unter Verschluss gestellt.

Natürlich muss es ganz sicher sein, also vergisst selbst du, wo du dieses Buch versteckt hast. Niemand, nicht einmal du selbst, darf es finden, denn dort ist alles drin, was du in deinem Leben nicht haben und gebrauchen kannst. Alles woran du mühsam gearbeitet hast, es loszuwerden in der Hoffnung, glücklich zu werden bzw. zu sein.

Ist der Versuch gelungen? Du fühlst dich leer, bist unzufrieden, stellst dir die Frage, ob das alles gewesen sein soll. Das ist ja eigentlich bei dieser Vorgeschichte absolut logisch, denn wenn du alle Emotionen und Gefühle losgeworden bist, muss dir folglich etwas fehlen und natürlich ist das nicht alles, was du bist und fühlst.

Jetzt stellen die meisten jedoch die falsche Frage auf der Suche nach dem Problem. Sie fragen, was in ihrem Leben nicht stimmt. Was sich in ihrem Leben verändern muss, damit sie wieder glücklich sind. Was an der Beziehung nicht stimmt, was fehlt.

Meist zielen die Fragen darauf ab, dass das Problem in der Außenwelt zu liegen scheint. Es wird davon ausgegangen, dass in der Außenwelt etwas nicht stimmt, obwohl das Problem in der eigenen Innenwelt liegt und dort auch gelöst werden dürfte.

Erinnerst du dich an die zwei Fragen, die ich dir oben gestellt habe?

Welche Farbe hatte für dich noch einmal Wut?

Und Liebe?

Der allererste Impuls ist spontan sehr wahrscheinlich für beides Rot gewesen, richtig?

Kannst du dir vorstellen, dass es nur möglich ist, die Wut loszuwerden, wenn gleichzeitig jegliches Gefühl welches mit Liebe, Zuneigung oder ähnlichen Qualitäten verbunden ist, mit verschwinden muss?

Das heißt, die Wut loszuwerden gelingt nur, wenn die eigenen Gefühle bzw. die mit den Gefühlen in Verbindung stehenden Emotionen, komplett abgeschnitten, verdrängt, verschüttet oder unter einem Deckel gehalten werden. In dem Versuch z. B. Wut zurückzuhalten, müssen alle anderen Gefühlsqualitäten mit zurückgehalten werden.

Warum?

Dazu dürfen wir uns anschauen, was Emotionen sind. Wenn wir uns das Wort anschauen, dann ist in dem Wort Emotion, das englische Wort Motion zu finden, was im Deutschen übersetzt Bewegung heißt. Man kann also sagen, Emotionen sind Energien in Bewegung, die wir als Gefühle wahrnehmen.

Wir haben zwei Wege bzw. Arten, Gefühle wahrzunehmen. Einmal wenn Gefühle im Fluss sind, was immer mit einer angenehmen Gefühlswahrnehmung verbunden ist oder wenn Emotionen bzw. die Energien also der emotionale Fluss blockiert ist, was immer mit einer negativen, oder als ein Widerstand oder als eher dumpfe Gefühlsqualität wahrgenommen wird.

Das heißt jedoch im Grunde, dass nicht der eingeschränkte oder abgeschnittene Emotionsfluss wahrgenommen wird, sondern die Abwesenheit davon und somit die Wahrnehmung auf die Blockade gerichtet ist, jedoch dieses entsprechende Gefühl meist fehlinterpretiert wird.

Man kann es beschreiben, als wäre dein Körper ein Gefäß, in dem sämtliche Energien also E-Motionen in Bewegung sind und entsprechend als Gefühlsqualitäten erfahren werden können.

Sind sie im Fluss, fühlen wir uns erfüllt, glücklich, freudig und zufrieden. Besteht eine Unterbrechung des Emotionsflusses, also des Energiestromes, spüren wir dies natürlich auch. Jedoch, wie schon beschrieben, spüren wir nicht mehr den Fluss des Stromes, sondern die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Blockade.

Kennst du den berühmten Kloß im Hals oder das Gefühl, als läge ein Stein auf deiner Brust?

Wie fühlt sich das an? So als wäre alles im Fluss oder eher wie ein Widerstand oder wie eine Last?

Ein derartiger Kloß im Hals oder Stein auf der Brust ist eine solche Blockade. Und dieser geben wir oft den Namen eines Gefühls bzw. interpretieren sie als ein solches.

Es ist jedoch kein wirkliches Gefühl, welches du in deinem Körper aus einem fließenden Strom der emotionalen Energie heraus wahrnimmst. Das, was du spürst, ist die Abwesenheit des Emotionsstromes welcher durch die Blockade, also wie im Beispiel durch den Kloß im Hals, den Stein auf der Brust entsteht.

Diese Blockaden sorgen dafür, dass die eigene Emotionalität und somit das Gefühlsleben so eingeschränkt oder aus dem Gleichgewicht gebracht ist, dass in der Folge Zweifel, Orientierungslosigkeit, Unzufriedenheit, Unerfülltheit u.ä. entstehen.

Manchmal kann irgendwann der Eindruck so großer Leere entstehen, als stünde man vor einem schwarzen Loch, in das man buchstäblich hineingezogen werden würde oder man den Boden unter den Füßen zu verlieren scheint.

Die Idee des Verstandes ist es jetzt, diese Blockade zu bekämpfen bzw. in der Außenwelt nach Gründen zu suchen, die dafür verantwortlich sein können. Und ganz sicher werden diese gefunden. Die Beziehung, der/die Partner/in, die Welt, die Umgebung, der Job oder was auch immer sind dann leicht gefundene Ursachen, auf die das entsprechende Gefühl projiziert wird.

Nun schließt der Verstand daraus, dass auch dort das Problem zu lösen wäre, was immer scheitern muss, denn die Ursache liegt nicht in der Außenwelt sondern im Inneren.

Stell dir also vor, ein roter Strom einer Energie der Liebe strömt frei und leicht durch deinen Körper. Was würde passieren, wenn man diesen Strom blockiert, vielleicht bewusst einbremst, oder er einfach am Fließen gehindert wird? Richtig, Liebe kann auf der Gefühlsebene nicht mehr erfahren werden.

Stell dir vor, ein gelber Strom der Freude strömt frei und leicht durch deinen Körper und wird durch einen symbolischen Stein oder wie auch immer am Fließen gehindert? Würdest du mir zustimmen, dass ein Gefühl von Freude nicht mehr erfahren werden kann?

Stell dir vor, ein grüner Strom, welcher mit einem Gefühl von Hoffnung verbunden ist, reißt ab oder wird ggf. bewusst oder wohl eher unbewusst abgeschnitten? Genau, Hoffnung und das Gefühl von Zuversicht und Vertrauen verschwindet.

Wenn das alles so läuft bzw. bis ins Alter von 30, 40 oder 50 Jahre gelaufen ist, ist es dann nicht einfach nur logisch, dass man irgendwann die Krise kriegen muss? Das ist der Moment, in dem die sogenannte Midlife Crisis nennt ihren Lauf nimmt.

Leider schauen die wenigsten jetzt dort nach der Lösung, wo das Problem auch entstanden ist, nämlich im Inneren. Aus meiner Sicht ist das der nachvollziehbare Grund, warum die meisten Beziehungen statistisch gesehen bei Männern im Alter um die 45 Jahren herum scheitern (bei Frauen um die 42 herum).

Bei den meistens ist in diesem Alter das Leben soweit aufgebaut und es wird Platz, auch im Inneren zu hören, was da alles rumort. Das Buch mit den sieben Siegeln ist über die Jahre randvoll gepackt worden und die eine oder andere Seite reist heraus und taucht plötzlich auf.

Dieses Buch will also irgendwann, dass man sich ihm widmet und die Midlife Crisis ist aus meiner Sicht die deutliche Einladung dazu, seinen Gefühlen und Emotionen zu begegnen und gerade verdrängte Aspekte wieder zu befreien.

Diese 3 Schritte dürfen Männer gehen, um ihre Gefühle auch unabhängig von einer Midlife Crisis zu ordnen

1. Einsicht

Kein Mensch geht einen neuen Weg, wenn nicht vorher die Einsicht existiert, dass der aktuelle Weg nicht dorthin führt, wo man eigentlich hinwollte.

Solange also die Überzeugung existiert, dass der Weg, den man geht, der richtige ist, wird nicht eingelenkt bzw. ein neuer Weg eingeschlagen.

Argumente können noch so gut sein, Fakten, haben sie auch eine noch so hohe Beweislast, bringen niemanden von dem Weg ab, von dem man glaubt, dass er richtig ist. Vielmehr wird man sogar noch versuchen, seinen Weg als den einzig richtigen zu verteidigen.

Das heißt also, es braucht als allererstes eine Einsicht und das Anerkennen, dass da mehr ist bzw. dass es einen anderen Weg geben muss. Jedoch nicht im Außen, in Form von materiellen Dingen oder was auch immer, sondern im Inneren.

Es reicht eine leichte Einsicht, dass an der Idee, dass in unseren Gefühlen und Emotionen ein unerschöpfliches Potenzial steckt und offensichtlich verschüttet in der eigenen Innenwelt vergraben liegt etwas dran ist. Und dass genau das der Grund ist, für all die Unzufriedenheit, das Gefühl von Mangel etc.

Besteht darin Einsicht, dann ist das der erste Schritt für einen möglichen neuen Weg.

2. Freier Wille

Jeder besitzt einen freien Willen und kann entscheiden, wohin die Reise geht. Die Frage ist also lediglich, ob man sich für den bisherigen Weg entscheiden will, wohlahnend, dass das gleiche Ergebnis dabei herauskommt (mit den entsprechenden Konsequenzen) oder ob man einen anderen Weg einschlagen möchte.

Der eine Weg führt zu dem Versuch, die Außenwelt soweit zu verändern, dass es aussieht, als wäre jetzt alles anders und damit besser.

Da man sich selbst und seine Innenwelt aber immer mitnimmt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Weg zu Glück und Zufriedenheit führt, recht gering, um nicht zu sagen, es ist sicher zum Scheitern verurteilt.

Der andere Weg wäre, seine Innenwelt aufzuräumen und alles, was offensichtlich durch fehlgeleitete emotionale Kompetenz antrainiert wurde, zu berichtigen.

Ja, das ist ganz sicher so, als würde man sich noch einmal neu kennenlernen und es ist ein Weg, der sich lohnt.

Es besteht kein Zwang darin, diesen Weg zu gehen, noch darin, dass man sich für einen solchen entscheiden muss. Wenn dies so wäre, wären wir nicht im Besitz eines freien Willens.

Doch wie auch immer die Entscheidung aussieht, die Konsequenz einer jeweiligen Entscheidung darf letztlich in voller Gänze getragen werden.

3. Bereitschaft und Offenheit

Stell dir vor, du bekämst die wichtigste Botschaft deines Lebens. Diese erscheint dir jedoch, von deinem Standpunkt aus, so weit entfernt von dem was du für richtig, sinnvoll oder vernünftig hältst.

Würdest du trotzdem die Bereitschaft aufbringen, diese Botschaft als Möglichkeit in Betracht zu ziehen oder würdest du dich völlig verschließen und diese Botschaft als völligen Humbug abtun?

Warum ich dich das frage?
Weil die Lösung für jegliche Probleme oder Krisen auf den ersten Blick manchmal auf der anderen Seite deiner aktuellen Überzeugung sowie deiner Sichtweise liegt und es durchaus sein kann, dass die Lösung zunächst unglaublich oder verrückt erscheint.

Beispiel:

1. Könnte es sein, dass es in dir keine schlechten Gefühle gibt?

„Natürlich nicht“ wirst du entgegnen, denn die Gefühle, die dich gerade in dem Zustand sein lassen, in dem du dich befindest, sind ja alles andere als angenehm. Merkst du, dass nur diese eine simple Frage schon reicht, dass sofort die Abwehr anspringt? Dabei war sie ja gar nicht als Fakt in den Raum gestellt, sondern lediglich als Möglichkeit.

2. Könnte es sein, dass die Art und Weise, wie wir mit unseren Emotionen umgehen dazu führt, dass wir uns als nicht vollständig erfüllt, glücklich, zufrieden und frei erfahren?

Wahrscheinlich kannst du da mitgehen, oder?

3. Wärst du bereit und offen, innerhalb einer Stunde die Erfahrung zu machen, dass ein aktuell negatives Gefühl sich sofort in ein positives wandeln lässt?

Merkst du etwas? Um diese Frage zu beantworten darfst du wieder zum ersten Punkt zurück gehen und für dich beantworten, ob du die Einsicht aufbringen möchtest, so wie bisher nicht mehr weiter machen zu wollen.

Daraus ergibt sich letztlich nur noch die Frage, ob du den Weg allein durch ein Labyrinth gehst, in dem du dich selbst offensichtlich weniger gut auskennst oder ob sich der Ausgang nicht schneller und leichter finden lässt, wenn dich jemand begleitet der dieses Labyrinth kennt.

Du hast die Wahl!

Wenn du bereit bist, in wenigen Schritten Klarheit in deine Gefühlswelt zu bringen und so die Krise zu lösen, dann nimm jetzt Kontakt mit mir auf und vereinbare ein Erstgespräch.

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Gern helfe ich dir in einem kostenfreien Gespräch weiter.

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